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Mietzinserhöhung
Pauschalisierung der Kostensteigerung

Der Sinn der Kostenpauschalisierung ist es, grosse Mietzinssprünge zu vermeiden, indem die Kostenentwicklung ausgeglichen wird. Eine Pauschale ist daher sinnvoll, wenn sie den Kostensteigerungen über einen langen Zeitraum entspricht.

Folgendes Beispiel des HEV Schweiz aus dem Artikel «Betriebs und Unterhaltskosten: Pauschale gerechtfertigt» vom 19.6.2007 zeigt, dass Pauschalen in der Höhe von rund 1% pro Jahr gerechtfertigt sind:
Die für Betriebs- und Unterhaltslöhne massgebenden Handwerkerlöhne der Stadt Zürich (Schreiner, Gipser, Maler, Elektroinstallateure, Baumeister), sind im Zeitraum von 1970 bis 2005 um rund 450 % gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung der Handwerkerkosten pro Jahr von rund 4,99 %. Gemäss Bundesmodell entsprechen die Betriebs und Unterhaltskosten 30 % der Gesamtkosten des Vermieters. Eine jährliche Kostensteigerungspauschale von 1,66 % wäre somit gerechtfertigt.

Auch der Zürcher Baukostenindex weist in derselben Zeitspanne einen Anstieg von ca.148 % auf. Dies entspricht einer jährlichen Kostensteigerung von 2,71 %, was bezogen auf die 30 % Unterhaltskostenanteile einer jährlichen Pauschale von 0,9 % entsprechen würde.

Auch die allgemeine Teuerung ist zwischen 1970 und 2005 um rund 189,5 % gestiegen. Dies entspricht einer jährlichen Teuerung von 3,08 %, was eine Pauschale von 1,03 % rechtfertigen würde.

Diese Zahlen zeigen, dass eine Pauschalisierung von 1% keinesfalls übersetzt ist. Die Anwendung einer Pauschale für die allgemeine Kostensteigerung ist wie erwähnt aus Praktikabilitätsgründen zu bevorzugen. Da sowohl Referenzzinssatz als auch Teuerung pauschalisiert werden, spricht nichts dafür, die allgemeine Kostensteigerung anders zu behandeln. Die derzeit geltende Praxis der meisten Schlichtungsbehörden und Gerichte im Kanton Zürich ist zu begrüssen. Es ist jedoch noch Folgendes zu beachten:
Wird die Teuerung auf Nettomietzins und Nebenkosten erhoben, ist eine reduzierte Pauschale von 0,5 % gerechtfertigt.